Wenn Online-Backup und On-Premise-Backup für ein Unternehmen verglichen werden, liegt der wichtigste Unterschied darin, wo die Backup-Infrastruktur betrieben wird und wer für deren Betrieb verantwortlich ist.
Online-Backup
Beim Online-Backup werden die Sicherungskopien über das Internet bei einem externen Anbieter gespeichert. Die Daten liegen damit außerhalb des Unternehmensnetzwerks und können bei Bedarf wiederhergestellt werden.
Vorteile:
- Geringer eigener Hardwareaufwand: Unternehmen müssen keine umfangreiche Backup-Infrastruktur selbst anschaffen.
- Skalierbarkeit: Der Speicherplatz kann bei wachsenden Datenmengen erweitert werden.
- Schutz bei lokalen Schäden: Bei Brand, Diebstahl, Hardwaredefekten oder anderen Schäden am Unternehmensstandort bleiben externe Sicherungskopien grundsätzlich erhalten.
- Weniger Wartungsaufwand: Betrieb, Wartung und teilweise auch Aktualisierung der Infrastruktur übernimmt der Dienstleister.
Nachteile:
- Abhängigkeit von Internet und Anbieter: Für Sicherung und Wiederherstellung ist die Netzwerkverbindung relevant.
- Laufende Kosten: Statt einer einmaligen Investition entstehen meist regelmäßige Gebühren.
- Datenschutz: Unternehmen müssen genau prüfen, wo die Daten gespeichert werden, welche Sicherheitsmaßnahmen bestehen und welche vertraglichen Regelungen gelten.
- Abhängigkeit vom Dienstleister: Änderungen der Preise, Leistungen oder Vertragsbedingungen können die eigene Backup-Strategie beeinflussen.
- Wiederherstellung großer Datenmengen: Bei sehr umfangreichen Backups kann die Übertragung über das Internet zeitaufwendig sein.
On-Premise-Backup
Bei einer On-Premise-Lösung werden Backup-Systeme innerhalb der eigenen IT-Infrastruktur betrieben. Das Unternehmen besitzt und verwaltet somit die Hardware und die darauf gespeicherten Sicherungskopien selbst.
Vorteile:
- Hohe Kontrolle: Das Unternehmen entscheidet selbst über Speicherort, Backup-Strategie und Zugriffsmöglichkeiten.
- Schnelle Wiederherstellung: Bei einer leistungsfähigen lokalen Infrastruktur können große Datenmengen schneller wiederhergestellt werden als über eine Internetverbindung.
- Unabhängigkeit vom externen Anbieter: Es besteht keine direkte Abhängigkeit von einem Cloud- oder Backup-Dienstleister.
- Individuelle Konfiguration: Die Backup-Infrastruktur kann genau an die eigenen technischen Anforderungen angepasst werden.
Nachteile:
- Hohe Investitionskosten: Server, Speichersysteme und weitere Komponenten müssen selbst angeschafft werden.
- Wartungsaufwand: Hardware, Software, Updates und Backup-Prozesse müssen intern betreut werden.
- Begrenzte Skalierbarkeit: Steigt das Datenvolumen stark an, muss zusätzliche Hardware bereitgestellt werden.
- Risiko am Unternehmensstandort: Befinden sich Originaldaten und Backups am selben Standort, können beide beispielsweise durch einen Brand oder andere Schäden betroffen sein.
- Personalbedarf: Für Betrieb, Überwachung und Fehlerbehebung werden entsprechende IT-Ressourcen benötigt.
Was ist besser?
Es gibt keine pauschal bessere Lösung. Für viele Unternehmen bietet Online-Backup Vorteile bei Flexibilität, Skalierbarkeit und geringerem Verwaltungsaufwand. On-Premise-Backup kann dagegen interessant sein, wenn maximale Kontrolle, schnelle lokale Wiederherstellung oder besondere interne Anforderungen im Vordergrund stehen.
Besonders sinnvoll kann eine Kombination aus beiden Ansätzen sein: Lokale Backups ermöglichen eine schnelle Wiederherstellung, während zusätzliche externe bzw. Online-Sicherungen vor dem Verlust der Daten am Unternehmensstandort schützen. Diese Kombination verbindet die Geschwindigkeit einer lokalen Sicherung mit der zusätzlichen Absicherung durch einen räumlich getrennten Backup-Standort.

